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Chance Arbeit

Die Themen dieses Newsletters
  1. Fachtagung im September "Chance Arbeit – Erfolgreiche Vermittlung in den Arbeitsmarkt"

  2. Onlineforum im Juni "Inklusion ein Arbeitsleben lang – wie ist das möglich?"

  3. Rückblick Fachtagung "Zukunft im Übergang gestalten – berufliche Qualifizierung und Digitalisierung im Fokus"


Liebe Leserinnen und Leser,

herzlich willkommen zum neusten UN-Konventionell Newsletter rund um das Thema der Inklusion von Menschen mit Behinderungen! In dieser Ausgabe möchten wir Ihnen wieder spannende Einblicke, Geschichten und Initiativen präsentieren, die das Miteinander und die Vielfalt in unserer Gesellschaft bereichern. Tauchen Sie ein in eine Welt voller positiver Veränderungen und lassen Sie sich von den manchmal auch un-konventionellen Schritten und Erfolgen inspirieren.


Fachtagung "Chance Arbeit - Erfolgreiche Vermittlung in den Arbeitsmarkt"

Die Fachtagung richtet sich an alle, die den Zugang von Menschen mit Behinderungen zum Arbeitsmarkt verbessern möchten. Sie stellt Ansätze und Strategien für den Übergang in den Arbeitsmarkt vor und gibt den Teilnehmer:innen neue Impulse für die eigene Arbeit.

Ausgangspunkt: Ein Aktion-Mensch-Projekt

Die Empfehlungen sind das Ergebnis des Projekts „Wie Vermittlung in den Arbeitsmarkt gelingt“. Ein Team der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Kulke hat in 18 Monaten die Vorgehensweisen, Methoden und Materialien von zehn erfolgreichen Fachdiensten untersucht und daraus eine Sammlung von Handreichungen entwickelt. Initiator ist der Verein UN-Konventionell, der den Wissensaustausch und die Förderung von Übergängen in den Arbeitsmarkt unterstützt. Das Projekt wurde von der BAG Unterstützte Beschäftigung begleitet.

Die Inhalte

Die Sammlung umfasst Informationen zu allen Phasen des Übergangs in den Arbeitsmarkt vom Erstkontakt und der Klärungsphase bis zum Abschluss eines Kooperations-, Beschäftigungs- oder Arbeitsvertrags. Enthalten sind auch Hinweise zur Ausstattung der Dienste, zur Organisationsstruktur und zu anderen Aspekten ihrer Tätigkeit, dazu erprobte Dokumente und Verträge. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Übergang aus Werkstätten in den Arbeitsmarkt. Die Handreichungen erleichtern neuen Diensten den Start und helfen etablierten Diensten, ihre Arbeit zu optimieren.

Workshops

Die Vorstellung der Projektergebnisse wird durch Workshops ergänzt, in denen Dienste ihre Erfahrungen aus der Praxis teilen. Themen sind unter anderem:

   •  Gründung, Aufbau und Finanzierung von Übergangsdiensten in der WfbM
   •  Aufgaben und Arbeitsweise von Jobcoachs
   •  Akquise von Praktikums- und Arbeitsplätzen
   •  Qualifizierung und Vermittlung von Schlüsselqualifikationen
   •  Methoden des Sozialraumansatzes
   •  Einsatz von Peers in der Vermittlung

Warum die Teilnahme lohnt

Die Tagung bietet Einblicke in die Praxis erfolgreicher Dienste und liefert Anregungen sowie Handlungsempfehlungen für die eigene Arbeit. Sie führt in die Nutzung der Projekt-Website ein, die mit einer Vielzahl von Informationen zur Verfügung steht und sie ermöglicht den fachlichen Austausch mit Expert:innen und Kolleg:innen aus ganz Deutschland.

Zielgruppe

Die Veranstaltung richtet sich an Verantwortliche und Entscheidungsträger, Jobcoachs und Fachkräfte aus Werkstätten und Integrationsfachdiensten, an Ausbildungsstätten, Fachschulen und Hochschulen sowie an alle, die sich mit dem Übergang in den Arbeitsmarkt beschäftigen.

Termin

17. und 18. September 2025, 12.30 – 17.30 Uhr / 09.00 – 13.30 Uhr

Ort

Technische Universität Würzburg-Schweinfurt

Tagungsgebühr

290,00€ für Erstanmeldungen, 200,00€ für weitere Anmeldungen pro Einrichtung und für Vereinsmitglieder

Anmeldung können Sie sich ganz einfach auf unserer Buchungsseite.


Onlineforum im Juni: Inklusion ein Arbeitsleben lang – wie ist das möglich?

Inklusion im Arbeitsleben ist ein wichtiges Thema, das viele Facetten hat. Sind betriebsintegrierte Arbeitsplätze und Arbeiten im Sozialraum tatsächlich ein Arbeitsleben lang möglich? Gibt es geeignete Konzepte und Ideen, welche eine langfristige Teilhabe im Sozialraum unterstützen? Teilzeitregelungen - Schonarbeitsplätze - Übergangsgruppen sind das mögliche Ansätze? Die Werkstatt als Einrichtung des Übergangsmanagements. Welche Rolle hat die Werkstatt dabei?

Wir möchten im nächsten Onlineforum mit den Teilnehmer:innen ins Gespräch gehen, Impulse geben und Erfahrungen austauschen. Gemeinsam erstellen wir eine interaktive Austauschplattform mit allen Ideen und Impulsen während des Forums.

Haben Sie ein gutes Konzept und wollen Sie Impulsgeber:in für dieses Forum werden? Kommen Sie gerne unter info@un-konventionell.info auf uns zu.

Anmeldung können Sie sich ganz einfach auf unserer Buchungsseite.


Rückblick Fachtagung im Dezember 2024

"Zukunft im Übergang gestalten – berufliche Qualifizierung und Digitalisierung im Fokus"

Die Jahrestagung UN-Konventionell 2024 widmete sich den Schwerpunktthemen berufliche Qualifizierung und Digitalisierung. Die Veranstaltung bot eine Plattform für Fachkräfte aus Werkstätten, Bildungseinrichtungen und sozialen Organisationen, um innovative Ansätze, Best Practices und praxisorientierte Lösungen zu diskutieren. Mit über 70 Teilnehmenden wurde der Wert des fachlichen Austauschs für die tägliche Arbeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Am ersten Tag standen zwei Impulsvorträge sowie Diskussionsgruppen zum Thema Digitalisierung im Fokus:


Impulsvortrag von Hans-Walter Kranert

"Vom Job-Coach zum Berufsbildner – eine (un-)mögliche Aufgabe für Werkstätten?"

Kranert beleuchtete, wie berufliche Bildung in Werkstätten unter besonderen Bedingungen umgesetzt werden kann. Er thematisierte die Rolle von Fachkräften im Spannungsfeld zwischen Coaching und Bildung.

Fünf Kernaussagen:

   1.  Die Qualität beruflicher Bildung hängt maßgeblich von den Kompetenzen
        der Lehrenden ab und erfordert ein multiprofessionelles,
        didaktisches Kompetenzportfolio.
   2.  Berufliche Bildung muss durch Verfügbarkeit, Zugänglichkeit, Annehmbarkeit
        und Adaptierbarkeit individuell ausgerichtet sein.
   3.  Berufsbildner agieren in einer Doppelrolle als Ausbilder und Lehrer und
        benötigen Zusatzqualifikationen wie ReZa oder SPZ.
   4.  Der PlaUsiBel-Ansatz verbindet Theorie und Praxis durch didaktische Modelle,
        Erklärfilme und Umsetzungshilfen.
   5.  Bildung ist eine kontinuierliche Aufgabe, die individuelle Bedürfnisse und
        organisatorische Entwicklung verknüpfen muss.


Impulsvortrag von Martin Ossenberg

"Neue Wege mit digitalen Assistenzsystemen – Chance für die Inklusion?"

Ossenberg zeigte anhand von Praxisbeispielen aus den Iserlohner Werkstätten, wie digitale Technologien wie Cobots und 3D-Druck zur Förderung von Teilhabe und beruflicher Qualifizierung beitragen können.

Fünf Kernaussagen:

   1.  Cobots und angepasste Prozesse schaffen barrierefreie Arbeitsplätze und
        fördern Inklusion.
   2.  Digitale Assistenzsysteme stärken Autonomie durch individuell
        gestaltete Alltagshilfen.
   3.  Visualisierungen und Audiosysteme erleichtern das Lernen und
        die Verständlichkeit komplexer Arbeitsprozesse.
   4.  Digitalisierung eröffnet neue Innovationsfelder, z. B. durch
        Industrie 4.0-Technologien.
   5.  Projekte wie "BuFaPro" und "5G Inklusion 4.0 – Land.Funk"
        fördern Digitalisierung in Werkstätten, insbesondere im ländlichen Raum.

In moderierten Diskussionsrunden wurden folgende Leitfragen behandelt:

   •  Wo nutzt Ihr bereits Digitalisierung?
   •  Wo wünscht Ihr Euch mehr Digitalisierung?
   •  Wo seht Ihr keine Anwendungsmöglichkeiten?

Herausforderungen und Wünsche:

Viele Träger sind bereits aktiv in der Umsetzung mit der digitalen Akte, Social Media, 3-D-Druck, QR-Codes, sowie digitalen Hilfsmitteln, ...

Es gibt aber auch noch jede Menge Wünsche und Entwicklungsfelder wie z.B. folgende Beispiele: Barrierefreie Bildungsplattformen - Plattformen zur Berufsfindung/ Jobbörsen - Equipment zur digitalen Kommunikation - Peergroups - Werkzeugkoffer für KI-Tools - Funktionalität der Technik - Unterstützung bei Pflege und Selbstbestimmung durch Roboter und Co.


Der zweite Veranstaltungstag war geprägt durch spannende Impulse und Diskussionen in den Workshops.

Die Teilnehmenden hatten Gelegenheit, an zwei der folgenden drei Workshops teilzunehmen, die jeweils vormittags und nachmittags stattfanden:


Workshop – iQuaS:

Dieser Workshop beleuchtete das inklusive Qualifizierungssystem (iQuaS), das flexible Trainings in den Bereichen Fach-, Persönlichkeits-, Sozial- und Methodenkompetenz bietet. Die Moderation übernahmen Katharina Kiosz und Benedict Gertz von alsterdialog.

   •  Ganzheitlicher Ansatz: Während iQuaS die systematische
      und kompetenzbasierte Struktur der beruflichen Qualifikation liefert, bietet
      Lio die digitale Plattform für eine praktische, inklusionsorientierte Umsetzung.

   •  Förderung der digitalen Teilhabe: Beide Systeme zielen darauf ab,
      Menschen mit Behinderung nicht nur für den Arbeitsmarkt vorzubereiten,
      sondern auch deren Selbstständigkeit und digitale Kompetenz zu stärken.

   •  Nutzung realer Arbeitsanforderungen: Die Kombination aus iQuaS
      und Lio erlaubt die Verbindung von Bildungsmaßnahmen mit konkreten,
      digitalen Werkzeugen und Technologien, die im Arbeitsalltag relevant sind.


Workshop – Digitale Lösungen:

Maren Plehn präsentierte digitale Lernmethoden wie eine eigens entwickelte App und E-Learning-Plattform, die von Menschen mit Behinderung mitgestaltet wurden. Der Fokus lag auf inklusiver Entwicklung und praktischen Anwendungsmöglichkeiten.

   •  Die digitale Lernplattform der 1a Campus ermöglicht flexible,
      bedarfsgerechte Lerninhalte. Die Inhalte sind Zielgruppenorientiert,
      anschaulich und die Lernziele können in Form eines Quiz überprüft werden.
   •  Die Leicht Lernen App bietet Inhalte basierend auf anerkannten
      Bildungsrahmenplänen und wird durch die Zielgruppe aus
      Barrierefreiheit getestet.


Workshop – Netzwerk Zertifikatslehrgänge:

Doreen Dietmann erläuterte die Arbeit des Netzwerks „netZ“ zur Entwicklung zertifizierter Bildungsangebote für Werkstätten. netZ ist ein Zusammenschluss von Werkstätten mit dem Ziel, Menschen mit Behinderung in den Werkstätten ein hochwertiges Bildungs- und Qualifizierungssystem zu bieten. netZ entwickelt und erstellt in Kooperation mit Berufs- und Fachschulen umfangreiche und qualitativ hochwertige Lehr- und Lernmaterialien in Leichter Sprache. Es wurde eine digitale Lernplattform vorgestellt, die interaktive, barrierearme Lerninhalte bietet.

   •  Jeder Zertifikatslehrgang beinhaltet 12 Monate fachpraktische Unterweisung
      in einem geeigneten Betrieb bzw. einer Werkstattgruppe, begleitend
      mit mindestens 120 fachtheoretischen Unterrichtsstunden.
   •  Er bietet binnendifferenzierte Lernziele und schließt mit einem praktischen
      Abschlusstest ab. Nach erfolgreicher Durchführung erhalten die Teilnehmenden
      ein Zertifikat der zuständigen Kammer. Die Zertifikate sind bundesweit
      anerkannte Urkunden.
   •  netZ unterstützt Menschen mit Behinderung in das System der regulären
      Aus- und Weiterbildung einzubinden.
   •  Die Zertifikatslehrgänge sind eine große Chance zur Gestaltung der Übergänge
      in Budget für Arbeit oder Ausbildung.


Fazit

Die Jahrestagung UN-Konventionell 2024 zeigte uns eindrucksvoll, wie berufliche Qualifizierung und Digitalisierung den Übergang in den Arbeitsmarkt unterstützen können.

Die Kombination aus praxisnahen Vorträgen, interaktiven Workshops und offenen Diskussionen machte die Veranstaltung zu einem inspirierenden Forum für Fachkräfte und Interessierte.

Die tolle Arbeitsatmosphäre und der intensive Austausch machten für uns die Fachtagung zu einem vollen Erfolg.


Wollen Sie bei der nächsten Fachtagung von UN-Konventionell dabei sein? Dann schauen Sie einfach auf unsere Veranstaltungsseite.


Adressänderung!

Ab sofort ist der Verein unter einer neuen Postadresse erreichbar. Die Mainfränkische Werkstätten GmbH übernimmt die Bearbeitung unserer eingehenden Post und stellt sicher, dass sie bei uns an der richtigen Stelle ankommt.

Die Adresse lautet: UN-Konventionell e.V., Bahnhofsplatz 2, 97070 Würzburg


Viel Spaß beim Stöbern und un-konventionelle Grüße!